Handbremse
- Tobi
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Handbremse
Bei mir hat der TÜV heute moniert, dass meine Handbremse links fast gar nicht anzieht. Woran kann das liegen und wo sollte ich denn da das Suchen beginnen? Ich hab mich bislang leider noch gar nicht mit den Bremsen beschäftigt.
Danke und Grüße,
Tobi
Danke und Grüße,
Tobi
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Matthias Appel
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Re: Handbremse
Meist hilft dabei schlichtes "Gangbar machen", d.h. reinigen der Mechanik mit Drahtbürste und Sprühöl. Die Umlenkungen und das Seil sind oft vom Straßenschmutz total verpappt. Außerdem kann man die Handbremse einstellen, da musst du mal in das Handbuch schauen, hier am Schreibtisch weiß ich das beim 2,4l nicht genau.
Bei deinem schweren Monstrum hat es die arme Handbremse aber auch wirklich nicht leicht
Sorry Tobi, aber den einen musst du natürlich mitbekommen
Viele Grüße Matthias
Bei deinem schweren Monstrum hat es die arme Handbremse aber auch wirklich nicht leicht
Sorry Tobi, aber den einen musst du natürlich mitbekommen
Viele Grüße Matthias
- Tobi
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Re: Handbremse
Klar, die Mehrleistung muss auch im Zaum gehalten werden. Und mit dem Fahrwerk brauch ich auch die Handbremse, um ihn zum Drehen zu bringen. Dann werd ich wohl mal unters Auto müssen und sehen, was da zum gangbar machen ist.
Danke erstmal!
Danke erstmal!
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christian
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Re: Handbremse
Hallo Tobi,
wie Matthias schon sagte, vor allem gangbar machen. Bei meinem Dino habe ich letztes Jahr die Bremsscheiben und Beläge gewechselt und dabei die Bremszangen entrostet un gangbar gemacht.
Die Bremszylinder bzw. Mechanik für die Handbrems sind "selbstnachstellend". Du benötigst dafür aber einen "zweiten Mann". Wir haben das so gemacht:
1. Zangen entrostet und mit Rostschutzfarbe lackiert. Neue Bremsscheiben und Beläge montiert, Bremssylinderhub richtig für neue Beläge eingestellt.
2. Nach dem Zusammenbau die Gleitstücke und Gleitschienen gut mit wasserfestem un hochtemperaturbestänigen Fett (Fa. Berner mit Pinsel vorne dran) eingefettet.
3. Handbremsseil locker gemacht.
4. Dann muss einer immer mit dem Bremspadal pumpen und der andere unten an den jeweiligen (links/rechts) Bremsseilen mit der Hand ziehen. Das ganze bei laufenden Motor weil immer richtig Druck auf der Leitung bzw. Flüssigkeit sein muss. Nach einigen Pumphüben und einiger Zieherei haben sich die Kolben soweit erholt, dass das genze System wieder funktionierte.
5. Jetzt wird das Handbremsseil soweit gespannt, wie es in der Betriebsanleitung beschrieben ist. Drei Rastungen, dann Seil spannen, bei der vierten Rastung muss die Handbrmse fest sein.
6. Check auf dem Bremsenprüfstand.
7. So, jetzt eine längere Strecke, ca. 150-200km, fahren OHNE die Handbremse zu benutzen und nur mit viel Gefühl (wg. der neuen Scheiben + Beläge) bremsen.
8. Nach dieser Strecke Handbremse erneut nachstellen, Du wirst Dich wundern, wie viel Seillänge da noch einmal nachzuspannen ist! Nochmal Prüfstand.
Grundsätzlich ist die Bremse genial aufgebaut aber , wie mein Mechaniker sagt" a englisches Klump, weil eine Schraube mach`st auf und alles fallt aus`reinand"!
Viel Spass, und immer die Gleitbachen und Gleitschienen der hinteren Bremsen gut schmieren. Am besten im Herbst beim Einlagern. Dann gibt`s keine Probleme.
viele Grüße
Christian
wie Matthias schon sagte, vor allem gangbar machen. Bei meinem Dino habe ich letztes Jahr die Bremsscheiben und Beläge gewechselt und dabei die Bremszangen entrostet un gangbar gemacht.
Die Bremszylinder bzw. Mechanik für die Handbrems sind "selbstnachstellend". Du benötigst dafür aber einen "zweiten Mann". Wir haben das so gemacht:
1. Zangen entrostet und mit Rostschutzfarbe lackiert. Neue Bremsscheiben und Beläge montiert, Bremssylinderhub richtig für neue Beläge eingestellt.
2. Nach dem Zusammenbau die Gleitstücke und Gleitschienen gut mit wasserfestem un hochtemperaturbestänigen Fett (Fa. Berner mit Pinsel vorne dran) eingefettet.
3. Handbremsseil locker gemacht.
4. Dann muss einer immer mit dem Bremspadal pumpen und der andere unten an den jeweiligen (links/rechts) Bremsseilen mit der Hand ziehen. Das ganze bei laufenden Motor weil immer richtig Druck auf der Leitung bzw. Flüssigkeit sein muss. Nach einigen Pumphüben und einiger Zieherei haben sich die Kolben soweit erholt, dass das genze System wieder funktionierte.
5. Jetzt wird das Handbremsseil soweit gespannt, wie es in der Betriebsanleitung beschrieben ist. Drei Rastungen, dann Seil spannen, bei der vierten Rastung muss die Handbrmse fest sein.
6. Check auf dem Bremsenprüfstand.
7. So, jetzt eine längere Strecke, ca. 150-200km, fahren OHNE die Handbremse zu benutzen und nur mit viel Gefühl (wg. der neuen Scheiben + Beläge) bremsen.
8. Nach dieser Strecke Handbremse erneut nachstellen, Du wirst Dich wundern, wie viel Seillänge da noch einmal nachzuspannen ist! Nochmal Prüfstand.
Grundsätzlich ist die Bremse genial aufgebaut aber , wie mein Mechaniker sagt" a englisches Klump, weil eine Schraube mach`st auf und alles fallt aus`reinand"!
Viel Spass, und immer die Gleitbachen und Gleitschienen der hinteren Bremsen gut schmieren. Am besten im Herbst beim Einlagern. Dann gibt`s keine Probleme.
viele Grüße
Christian
- Tobi
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Re: Handbremse
Das hört sich ja nach richtig viel Spaß an! Danke für die Info!
Re: Handbremse
Die Kolben der 2,4er Bremsen hinten haben eine in den Bremssattel integrierte Handbremse. Diese funktioneirt über eine Feinverzahnung einer Stange im ineren Kolben, der in entsprechende Verzahnungen des äusseren Kolbens greift. Diese Verzahnung ist auch gleichzeitig für die Selbstnachstellung bei abnehmender Belagstärke zuständig.
Durch Zug am Handbremsseil wird über einen Hebel der äussere Kolben vorbewegt, über die Verzahnung wird der innere Koben ebenfalls vorgedrückt und die Beläge an die Scheibe gedrückt. Beim normalen Bremsen werden die Kolben über die Flüssigkeit auseinander gedrückt, da hat die Verzahnung "nur" die Funktion der Selbstnachstellung.
Diese Verzahnung funktioneirt aber nur in bestimmten Stellungen des ineren Kolbens, da die Verzahnung nur in vier Teilsegmenten vorhanden ist. Daher muss man den Kolben in eine bestimmte Stellung drehen, dann kann man die Kolben zusammen drücken, und dann wieder richtig drehen, dass die Verzahnung greift. Normalerweise passen auch nur in dieser richtigen Stellung die Beläge in den Bremssattel, da die äusseren Beläge Erhöhungen haben, die genau in die Aussparung des Kolbens greifen, wenn dieser richtig steht.
Daher kann eine nicht funktionierende Handbremse neben den o.g. Einstellarbeiten auch folgende Ursachen haben:
1) der Kolben steht nicht richtig, die Beläge konnten trotzdem eingesetzt werden, weil die Erhöhungen fehlten oder entfernt wurden. Ich habe auch schon nachgefertigte Koben gesehen, bei denen die Stange falsch verdreht ist - hier lassen sich die Beläge mit den Aussparungen nicht einsetzen, wenn der Kolben richtig steht (ausser, man entfernt die Erhöhungen, dann kann sich der Kolben aber verdrehen und das ist acuh nicht gut, weil dann die Nachastellung und die Handbremse wieder nicht geht...)
2) bei mir ist auch mal auf einmal die Handbremse ausgefallen. Nach Ausbau und Zerlegen der Bremszangen hat sich ergeben, dass sich an einem Kolben die innere Stange mit der Verzahnung vom Kolben gelöst hat - nicht ab aber lose, damit ging die Handbremse nicht mehr. Da half nur eine Komplettüberholung der Bremszangen, seitdem geht die Handbremse einwandfrei.
Klingt kompliziert, ist es aber nicht wenn man die Teile in der Hand hat.
Ich überhole gerade einen Schwung Bremssättel hinten, sind aber noch nicht fertig, da kann ich ein paar Einzelteile mit zum Treffen bringen (wenn ich dran denke).
Wäre auch mal ein Thema fürs Technikseminar.
Gruß, Thomas
Durch Zug am Handbremsseil wird über einen Hebel der äussere Kolben vorbewegt, über die Verzahnung wird der innere Koben ebenfalls vorgedrückt und die Beläge an die Scheibe gedrückt. Beim normalen Bremsen werden die Kolben über die Flüssigkeit auseinander gedrückt, da hat die Verzahnung "nur" die Funktion der Selbstnachstellung.
Diese Verzahnung funktioneirt aber nur in bestimmten Stellungen des ineren Kolbens, da die Verzahnung nur in vier Teilsegmenten vorhanden ist. Daher muss man den Kolben in eine bestimmte Stellung drehen, dann kann man die Kolben zusammen drücken, und dann wieder richtig drehen, dass die Verzahnung greift. Normalerweise passen auch nur in dieser richtigen Stellung die Beläge in den Bremssattel, da die äusseren Beläge Erhöhungen haben, die genau in die Aussparung des Kolbens greifen, wenn dieser richtig steht.
Daher kann eine nicht funktionierende Handbremse neben den o.g. Einstellarbeiten auch folgende Ursachen haben:
1) der Kolben steht nicht richtig, die Beläge konnten trotzdem eingesetzt werden, weil die Erhöhungen fehlten oder entfernt wurden. Ich habe auch schon nachgefertigte Koben gesehen, bei denen die Stange falsch verdreht ist - hier lassen sich die Beläge mit den Aussparungen nicht einsetzen, wenn der Kolben richtig steht (ausser, man entfernt die Erhöhungen, dann kann sich der Kolben aber verdrehen und das ist acuh nicht gut, weil dann die Nachastellung und die Handbremse wieder nicht geht...)
2) bei mir ist auch mal auf einmal die Handbremse ausgefallen. Nach Ausbau und Zerlegen der Bremszangen hat sich ergeben, dass sich an einem Kolben die innere Stange mit der Verzahnung vom Kolben gelöst hat - nicht ab aber lose, damit ging die Handbremse nicht mehr. Da half nur eine Komplettüberholung der Bremszangen, seitdem geht die Handbremse einwandfrei.
Klingt kompliziert, ist es aber nicht wenn man die Teile in der Hand hat.
Ich überhole gerade einen Schwung Bremssättel hinten, sind aber noch nicht fertig, da kann ich ein paar Einzelteile mit zum Treffen bringen (wenn ich dran denke).
Wäre auch mal ein Thema fürs Technikseminar.
Gruß, Thomas
-
CodaTronca
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- Dino: Fiat Dino 2,4 Coupe
Re: Handbremse
...jetzt habe ich auch eine Frage zu diesem Mysterium Handbremse. Ich habe das Problem, dass der Hebelweg einfach
zu lang ist bis die Handbremse greift.
Meine Maßnahmen:
1.) Seilspannung nachstellen -> kein Erfolg
2.) Helbelmechanik checken -> OK und leichtgängig
3.) Neues Seil eingebaut -> Vielleicht 2 Rasten besser bei maximaler Seilspannung
4.) Bremssättel gecheckt. Beläge sind korrekt mit Erhöhung aber ziemlich runtergefahren, Scheiben Top.
--> Sättel ausgebaut und zerlegt. Kolben sind erstaunlich leichtgängig, die Zahnstangen für die Nachstellung
sind auch noch dran...
Ich habe bis auf die runtergefahrenen Beläge (werden ersetzt) keinen echten Fehler gefunden. Funktioniert hier die Nachstellung evtl nicht?
Wie kann ich das prüfen? Zustand der Feinverzahnung sieht OK aus. Kann mir schwer vorstellen, dass alles gut funktioniert, wenn ich es
jetzt wieder so zusammenbaue...
zu lang ist bis die Handbremse greift.
Meine Maßnahmen:
1.) Seilspannung nachstellen -> kein Erfolg
2.) Helbelmechanik checken -> OK und leichtgängig
3.) Neues Seil eingebaut -> Vielleicht 2 Rasten besser bei maximaler Seilspannung
4.) Bremssättel gecheckt. Beläge sind korrekt mit Erhöhung aber ziemlich runtergefahren, Scheiben Top.
--> Sättel ausgebaut und zerlegt. Kolben sind erstaunlich leichtgängig, die Zahnstangen für die Nachstellung
sind auch noch dran...
Ich habe bis auf die runtergefahrenen Beläge (werden ersetzt) keinen echten Fehler gefunden. Funktioniert hier die Nachstellung evtl nicht?
Wie kann ich das prüfen? Zustand der Feinverzahnung sieht OK aus. Kann mir schwer vorstellen, dass alles gut funktioniert, wenn ich es
jetzt wieder so zusammenbaue...
- MarkusWi
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- Registriert: So 29. Mai 2011, 22:33
- Dino: Fiat Dino 2,0 Spider
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Re: Handbremse
Ich gehe mal davon aus, dass es sich um einen 2,4er handelt?
Bei meinem 2,0 Spider verhält es sich sehr ähnlich, der Handbremshebelweg ist sehr lang und auch bei Ziehen des Hebels bis zum Anschlag ist die Bremswirkung nicht ausreichend.
Die Scheiben und sämtliche hinteren Beläge sind neu.
Weiss jemand Rat?
Grüße
Markus Wi.
Bei meinem 2,0 Spider verhält es sich sehr ähnlich, der Handbremshebelweg ist sehr lang und auch bei Ziehen des Hebels bis zum Anschlag ist die Bremswirkung nicht ausreichend.
Die Scheiben und sämtliche hinteren Beläge sind neu.
Weiss jemand Rat?
Grüße
Markus Wi.
-
CodaTronca
- Beiträge: 97
- Registriert: Sa 30. Mär 2013, 21:30
- Dino: Fiat Dino 2,4 Coupe
Re: Handbremse
...bei mir erstmal Kommando zurück. Ich hatte nicht bemerkt, dass das System aus 2 Kolben pro Sattel besteht. Die äußeren waren fest
und sind jetzt gelöst. Bin gespannt, ob es nun besser funktioniert, wenn ich alles wieder zusammenbaue. EIne Frage bleibt aber noch:
Wie setze ich die Kolben ein, ohne die Filigrane Nachstellmechanik zu beschädigen?
@Markus: ja, ist ein 2,4er Coupe
und sind jetzt gelöst. Bin gespannt, ob es nun besser funktioniert, wenn ich alles wieder zusammenbaue. EIne Frage bleibt aber noch:
Wie setze ich die Kolben ein, ohne die Filigrane Nachstellmechanik zu beschädigen?
@Markus: ja, ist ein 2,4er Coupe
Re: Handbremse
Hallo,
das Zusammensetzen kannst Du auf zweierlei Art machen:
entweder beide Kolben ausserhalb vom Gehäuse ganz zusammen schieben, so dass die Bünde aufeinander liegen - dafür muss der äussere so verdreht sein, dass die Feinverzahnung nicht greift (45 grad verdreht) und dann den äusseren so drehen, dass der Schlitz gerade steht, dann beide Kolben zusammen "von hinten" einsetzen.
Oder erst den Kolben mit dem Hebel einsetzen, danach den vorderen. Dabei dann aber unbedingt darauf achten, dass dieser beim Einsetzen so steht, dass die Feinverzahnung NICHT greift, also um 45 grad gedreht. Dann, wenn er ganz eingesetzt ist, den Kolben verdrehen, dass der Schlitz wieder gerade steht.
Gruß, Thomas
Bzgl. Handbremshebelweg: wieviel Zähne empfindest Du denn als lang/zu lang? Ich zähl bei mir mal nach, aber 4-5 Zähne muss ich bestimmt ziehen, ehe sich was tut
das Zusammensetzen kannst Du auf zweierlei Art machen:
entweder beide Kolben ausserhalb vom Gehäuse ganz zusammen schieben, so dass die Bünde aufeinander liegen - dafür muss der äussere so verdreht sein, dass die Feinverzahnung nicht greift (45 grad verdreht) und dann den äusseren so drehen, dass der Schlitz gerade steht, dann beide Kolben zusammen "von hinten" einsetzen.
Oder erst den Kolben mit dem Hebel einsetzen, danach den vorderen. Dabei dann aber unbedingt darauf achten, dass dieser beim Einsetzen so steht, dass die Feinverzahnung NICHT greift, also um 45 grad gedreht. Dann, wenn er ganz eingesetzt ist, den Kolben verdrehen, dass der Schlitz wieder gerade steht.
Gruß, Thomas
Bzgl. Handbremshebelweg: wieviel Zähne empfindest Du denn als lang/zu lang? Ich zähl bei mir mal nach, aber 4-5 Zähne muss ich bestimmt ziehen, ehe sich was tut