Restauration

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Restauration

Beitragvon Argonaut » Fr 9. Okt 2020, 16:18

Liebe Forumsmitglieder,

wenn es euch interessiert, dann werde ich hier immer wieder unter diesem Thread Bilder reinwerfen zu meiner Restauration.

Nachdem ich jahrlang überlegt habe, wie ich die Restauration angehen möchte, habe ich mich am Ende für 24hundred in England entschieden. Ohnehin habe habe ich zu Mark Devany schon lange eine telefonische Austauschbeziehung... aber jetzt ist die Entscheidung gefallen.

Das Problem, das ich beseitigen wollte, ist, eine nicht vollständig dokumentierte Restauration zu haben und Mark produziert eher mehr als weniger Fotos, welche alle immer sehr aussagefähig sind. Auch habe ich zu viele DInos gesehen, die nur oberflächlich gemacht wurden und die drunter (also vor allem im Bereich der A-Säule) gerne weiter gammeln. Auch das ist verständlich, weil z.B. in den späten 70ern und frühen 80er Jahren Autos einfach zusammengebruzelt wurden, um halt noch mal durch den TÜV zu kommen; auch war so ein Auto damals nicht viel wert.
Aber Argumente gibt es immer viele und vor allem in alle Richtungen. Ich habe noch einen sehr guten und intensiven Austausch zu HugoHarris aus dem anderen Forum, der eigentlich etwas anders heißt. Seinen 2.4 Dino Spider hätte ich vor 6 Jahren beinahe in Madrid gekauft; er hat das dann gemacht... ich poste gerne seine Website, wenn ich das nicht schon gemacht habe. Und.. sein 2.4 war so schlecht und grundsätzlich "nur" verkaufs-lackiert, so dass er ihn komplett hat machen lassen müssen. Und dies bei 24hundred. Insgesamt hat das 5 Jahre gedauert, aber nicht, weil es immer so lange dauert, sondern weil Mark auch noch andere Arbeiten und Kunden hat. Ich habe mit ihm vereinbart, dass es nicht länger als 2-3 Jahre dauern soll. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste... nachher erlebe ich das nicht mehr. :o

Ich habe am Ende diese Entscheidung getroffen, weil ich ein verletztes Auto niemandem verkaufen mochte. Auf den ersten Blick sieht er gar nicht so schlecht aus, aber wenn man genauer hinschaut, dann kommt einem das kalte Grausen. Nur einige wenige, aber wichtige "Findings". Die 4-Kant-Rohre in der Motoraufnahme sind durch, an manchen Stellen kann man mit dem Schraubenzieher durch... sieht man nicht sofort... aber... und... weiß nicht, wie er so die letzten Jahre den TÜV passiert hat. Dann die Federdome vorne sind im Radlaufblech durch; und schließlich wurden mal die Schweller Ende der 70er neu eingeschweißt... und das war der Frevel schlechthin... gerade :shock: , anstelle von gebogenen Blechen wurden verwendet, was die gesamte Geometrie unten herum verändert hat... denn die Biegungen in den Radkästen wurden dabei auch angepasst und ebenfalls die Anschlussbleche am Kotflügel vorne und nach hinten hinter der Tür. Dadurch passte dann auch die Fahrertür nicht mehr. Das Problem wurde versucht zu fixen, indem man die Falz zwischen Innen- und Außenschweller einfach umgebogen hat. Dennoch konnte die Tür nie mehr genau eingepasst werden.

Die Technik hatte ich am Anfang (vor 6 Jahren) machen lassen und der Wagen war mir ein treuer Gefährte seitdem; mindestens 7 Mal in Italien und immer zuverlässig. Aber auch der Motor muss angeschaut werden, weil er ab 4000 U/min ein lautes Klackern gehabt hat (kippende Kolben?).

Nummer 1312 ist also jetzt auf dem Weg, um am Ende so auszusehen, wie er mal ausgeliefert wurde; Originalfarbe war Rosso Vivo... und so wird er wahrscheinlich auch wieder, zumal die wenigsten Dinos heute noch ihre Originalfarbe haben.

Hier ein erstes Bild, nachdem er am Donnerstag bei 24hundred angekommen ist.

Ankunft 1.jpg
Ankunft in England
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Viele Grüße

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Re: Restauration

Beitragvon Tobi » Fr 9. Okt 2020, 16:56

Der kommt ja eigentlich aus guten Händen, wenn ich mich recht erinnere. Ich bin gespannt auf den Fortschritt ...
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Re: Restauration

Beitragvon Argonaut » Fr 9. Okt 2020, 17:27

Hallo Tobi,

da das Forum immer ungern Kritik hört... habe ich mal darauf verzichtet.

Nein... er kam nicht aus guten Händen und obwohl ich beim Kauf mehrfach nachgefragt hatte, waren diese Mängel nicht erwähnt worden. Denn... der Besitzer hatte den Wagen 2ter Hand seit dem 3ten Jahr des Wagens... also wusste er, was gemacht wurde.

Aber wie dem auch immer sei... dieser Ärger ist schon lange Vergangenheit und ich mag nach vorne schauen, zumal ich noch einen halbwegs vernünftigen Preis damals bezahlt habe. HugoHarris hat 140 K gezahlt und dann nochmal 100 K Pfund in die Restauration gesteckt... macht zusammen mid. 250 K Euro. Aber auch er mag nicht mehr zurückschauen.

Am Ende bin ich froh, dass ich es so entschieden habe... es hat mich jetzt lange gequält. Und... ich mache das ja nicht, weil ich glaube, dass ich dass Geld je wiederbekommen werde. Sondern, weil es mein Hobby ist und weil ich mich daran freuen kann, dass der Wagen wieder so wird, wie er gehört.

Ich werde den Fortgang posten.

Viele Grüße

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Re: Restauration

Beitragvon Alexander S » Sa 10. Okt 2020, 00:12

Servus Argonaut,

Kompliment - das ist wirklich konsequent! Bin gespannt was alles zum Vorschein kommt; ich glaube ich will das bei meinem (#1253) alles gar nicht so genau wissen :mrgreen:

Keep us posted!

Schönes Wochenende

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Re: Restauration

Beitragvon Matthias Appel » Mo 12. Okt 2020, 10:42

Manchmal kann es helfen, wenn man vorher mal fragt. Die Nr. 1312 war einigen als schwieriges Auto bekannt. Beim ehemaligen Auto vom Xaver (1253) ist es schön zu wissen, dass es einen neuen Eigentümer gefunden hat. Dort war es sehr lange im Besitz und der Xaver kam damit über einen lngen Zeitraum oft zu Dinotreffen. Dass er das Auto mit über 80 Jahren nicht mehr groß restauriert hat ist verständlich.Grundsätzlich gewartet hatte er die Autos.

Sein Coupe steht im Internet zum Verkauf. Ein urbayrisches Auto in weiß blau. Aber nicht nur die Lackierung, auch die Kardanwelle ist weiß-blau lackiert,und zwar genau so, wie der Maibaum lackiert wird, links- oder rechts herum, richtig eben und ein echtes Unikat. Auf einem Bild kann man es etwas erkennen.

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Re: Restauration

Beitragvon Alexander S » Mo 12. Okt 2020, 11:21

Hallo Matthias,

mein Spider hat auch eine bayerische Kardanwelle; das hat Xaver bei fast alles seinen Autos gemacht. Ich belasse das auch so - auch ein bisschen aus Respekt gegenüber Xaver. Die Technik ist wirklich sehr gut und die Karosse von der Substanz (viel) besser als erwartet. Er hat dem Auto wirklich viel Liebe zukommen lassen und es sieht jetzt auch wieder so aus 8-)

Ich habe mir das Coupe auch angeschaut; von der Substanz ein sehrgutes Auto - aber leider durch die Umbauten wie Nebelscheinwerfer oder im Innenraum für mich zu viel Arbeit (und ich habe auch schon ein Coupe :D )

In dem Zusammenhang habe ich eine Frage; ich habe mir einen Satz original 7.5J R14 Campagnolo (Sterndesign) gekauft und planen die auf meinem Spider oder Coupe zu fahren. Gibt es bauartbedingte Einschränkungen bzgl. der Reifengröße > 205/70 R14? Ich hatte eigentlich an 225/60 R14 gedacht :mrgreen:

Beste Dinogrüße

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